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Milchstraßenfotos für Anfänger

Milchstraßenfotografie für Anfänger

Wenn man sich ein bisschen mit der Sternen-, Milchstraßen-oder Astrofotografie beschäftigt, stößt man immer wieder auf tolle Bilder, die die Milchstraße so zeigen, wie man sie überhaupt nur sehr selten mit dem Auge sehen kann. Wie man solche Bilder vom galaktischen Zentrum bekommt und was man dafür braucht will ich euch in diesem Blogeintrag zeigen. Der Artikel richtet sich an die Anfänger. 

Die Ausrüstung

Spiegelreflexkamera mit gutem Rauschverhalten

Ich verwende die Vollformatkamera Canon 5DmkIII. Grundsätzlich kann man aber jede moderne Spiegelreflexkamera und sogar spiegellose Kamera, bei der man die Belichtungszeit einstellen kann, verwenden.  

 

lichtstarkes Weitwinkelobjektiv 

Hierbei gilt es ein Objektiv zu wählen, welchen weitwinklig ist, sodass man einen möglichst großen Bildbereichen ablichten kann. Außerdem sollte man ein lichstarkes, offenblendiges Objektiv verweden, um das maximale Licht der Sterne einzufangen.

Meistens nutze ich mein Walimex 14mm 2.8 - selten mein 24-70mm Canon 2.8.

 

Stativ

Beim Stativ gibt es nicht all zu viel zu beachten. Wichtig ist, dass es einen festen Stand bietet. Es ist allerdings von Vorteil ein leichtes Reisestativ zu wählen, gerade wenn man es bei längeren Fußwegen tragen muss. Macht euch vorher mit eurem Stativ vertraut - damit ihr es auch bei wenig Licht und gegebenfalls mit Handschuhen aufbauen und befestigen könnt.

 

Ansonsten ist es hilfreich eine Stirnlampe mitzunehmen. Wenn ihr z.B. an der Location angekommen seid und eure Ausrüstung auspackt und aufbaut, ist es praktisch beide Hände dafür frei zu haben. Wenn ihr keine Stirnlampe habt könnt ihr natürlich auch eine Taschenlampe oder euer Handylicht verwenden. 

 

Die Planung

Das wichtigste neben der Ausrüstung ist bei der Milchstraßenfotografie die Planung: Zum Einen kann man auf Grund von Lichtverschmutzung nicht in jeder Gegend die Milchstraße fotografieren und zum Anderen kommt es auf den Zeitpunkt an, da das galaktische Zentrum nicht immer zu sehen ist. 

Aber der Reihe nach...

1. die Lichtverschmutzung checken 

 

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachhimmels durch künstliches Licht wie z.b. durch Das der Großstädte. Dieses künstliche Licht hellt den Himmel so stark auf, dass man im schlimmsten Fall gar keine Sterne mehr sehen kann. 

Also benötigen wir für unsere Milchstraßenfotos einen Ort, an dem wir wenig bis keine Lichtverschmutzung haben. Mit Websites wie z.B. www.lightpollutionmap.info  kann man sich solche Ort suchen oder für beliebige Orte den Grad der Lichtverschmutzung überprüfen. 

 

2. Den richtigen Zeitraum finden 

 

Habt ihr euch mit Hilfe der Lichtverschmutzungskarte einen guten Ort rausgesucht, geht es darum den richtigen Zeitpunkt zu finden. Hierfür verwende ich die APP "PhotoPills". Mit dieser App ist es möglich sich nahe zu alle Informationen über Sonne, Mond und Sterne für einen bestimmten Ort anzeigen zu lassen. Man kann sich also für den zuvor gefunden Ort genau anzeigen lassen, wann und vor Allem wo das galaktische Zentrum das nächste mal zu sehen ist. Die APP macht es sogar möglich, mit "augmented reality", durch die Smartphonekamera genau zu sehen, wo die Milchstraße verlaufen wird. Wenn man also bereits bei Helligkeit an der Location ist, kann man so perfekt checken, in welche Richtung man später die Kamera ausrichten muss. 

Die Einstellungen

Belichtungszeit

Zunächst einmal ist eine lange Belichtung nötig. Ich verwende generell zwischen 20 und 30s. Auf Grund der Erdrotation ist es nur bis zu einer bestimmten Zeit möglich zu belichten, da die Sterne sonst Striche ziehen. Diese Zeit ist z.B.  von der Sensorgröße und der verwendeten Brennweite abhängig. Allgemein gilt, desto kürzer die Brennweite, desto länger kann man belichten. 

 

Blende 

Bei der Blende gibt es nur eine Einstellung: die offenblendigste Möglichkeit, die eurer Objektiv liefert. Sehr gut eignet sich beispielsweise f2.8 - aber auch mit 3.5(Kitobjektiv) kann man gute Aufnahmen machen.

 

ISO 

Auch der ISO-Wert ist abhängig von der Kamera. Ich verwende meistens einen Wert von 3200 an meiner Vollformatkamera. Hier müsst ihr ein bisschen ausprobieren, wie gut das Verhältnis zwischen aufgenommenen Licht und dem Rauschen bei euerer Kamera ist. Ich empfehle einen in einem Bereich von

ISO 1600-4000 zu arbeiten.

 

Fokus

Da es bei Dunkelheit sehr schwer ist, auf die Sterne zu fokussieren, ist es praktisch, wenn man ein Objektiv mit "Unendlich-Anzeige" hat. Wenn euer Objektiv diese Möglichkeit bietet, stellt ihr den Fokus also einfach auf unendlich. Wenn das bei euch nicht der Fall ist, könnt ihr euch mit einem kleinen Trick behelfen: Fokussiert an einem klaren Mondabend auf den Mond und macht euch am Objektiv eine Markierung - so wisst ihr auch wenn ihr Sterne fotografiert, wo eure unendlich Einstellung ist. 

 

Dateiformat

Beim Dateiformat gibt es nur eine Devise: RAW! 

50% des fertigen Milchstraßenbildes entsteht am PC - deswegen ist es unbedingt nötig, dass ihr im RAW-Format fotografiert, da ihr dort u.a. einen deutlich höheren Dynamikumfang für die Bearbeitung habt. Wenn ihr mehr Informationen zum Thema RAW braucht guckt euch meinen Blog-Eintrag dazu an. 

 

Der perfekte Druck

Gerade bei besonderen Bilder, wie die der Milchstraße, in die man so viel Zeit investiert, sucht man zwangläufig nach einer Lösung für den perfekten Druck.

In  Zuge meines Trips  hatte ich die Möglichkeit für Saal Digital ein Printprodukt meiner Wahl zu testen. Da mir eine klare, scharfe und detailgetraue Abbildung meines Fotos wichtig war, habe ich mich für einen Druck auf Alu-Dibond in der Größe 40x60cm entschieden.

Der Bestellvorgang war super einfach und unkompliziert. Überrascht war ich von der schnellen Lieferzeit. 2 Tage nach meiner Bestellung war das Bild bereits bei mir - ordentlich verpackt und vollkommen geschützt.

 

Zum Bild selbst gibt es nicht viel zu sagen: Eine hochwertige Verarbeitung, tolle Farben und eine professionelle Druckqualität. 

 

Wer lieber auf Leinwand, Acrylglas oder Hartschaumplatte drucken will, wird hier auch fündig. 

 

An dieser Stelle auch nochmal herzlichen Dank an Saal Digital!   

 

Die Nachbearbeitung

Meiner Meinung nach ist das Fotografieren an sich  bei Milchstraßenbildern nur die halbe Miete. Wichtiger als bei normalen Landschaftsfotos ist hier die Nachbearbeitung. Mit Hilfe von Photoshop und Lightroom ist es möglich, noch viel mehr Details und Farben in das Bild zu bringen. 

Da sich die Bearbeitung solcher Bilder nicht in 2 Sätzen erklären lässt, werde ich in diesem Blogeintrag nicht darauf eingehen. 

 

ABER: Wenn du dich für die Bearbeitung von Milchstraßenbildern interessiert, hinterlass mir einfach einen Kommentar, dann werde ich bei Gelegenheit auch dazu mal was veröffentlichen ;-) 

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